Informationen für Fachpersonen und Geburtseinrichtungen
Doula, Hebamme und Ärzt:innen – Gemeinsam für eine positive Geburtserfahrung
Eine Geburt benötigt sowohl medizinische Sicherheit als auch emotionale Unterstützung. Deshalb verstehen sich Doulas als wertvoller Teil des Geburtsteams und arbeiten kollegial mit Hebammen und Ärzt:innen zusammen. Das gemeinsame Ziel aller Beteiligten besteht darin, die Gebärende individuell zu begleiten und ihr eine möglichst positive Geburtserfahrung zu ermöglichen. Die Doula ergänzt die medizinische Betreuung, ersetzt diese jedoch nicht. Sie übernimmt keine medizinischen Aufgaben, führt keine Untersuchungen durch und trifft keine medizinischen Entscheidungen. Stattdessen konzentriert sie sich auf die kontinuierliche emotionale, mentale und praktische Unterstützung der Frau sowie ihrer Familie. Durch ihre durchgehende Anwesenheit schafft die Doula einen geschützten Rahmen, in dem sich die Gebärende sicher, gesehen und unterstützt fühlen kann. Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle finden Raum und werden respektiert.
Die Rolle der Doula im Geburtsteam
Die zentrale Aufgabe einer Doula besteht darin, Frauen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett kontinuierlich zu begleiten. Während Hebammen und Ärzt:innen für die medizinische Versorgung verantwortlich sind, liegt der Schwerpunkt der Doula auf dem emotionalen Wohlbefinden der Gebärenden. Die Doula vermittelt Sicherheit, Orientierung und Vertrauen. Sie stärkt die Selbstbestimmung der Frau und unterstützt sie dabei, informierte Entscheidungen zu treffen. Durch ihre kontinuierliche Präsenz entsteht Stabilität, die sowohl der Gebärenden als auch dem gesamten Geburtsteam zugutekommt. Jede beteiligte Fachperson bringt dabei unterschiedliche Kompetenzen ein. Genau diese klare Rollenverteilung bildet die Grundlage für eine erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Wissenschaftlich belegte Vorteile kontinuierlicher Geburtsbegleitung
- 25 % kürzere Geburtsdauer
- 39 % geringere Verabreichung von Wehenmitteln
- 28 % geringerer Bedarf an Schmerzmitteln oder Anästhesie
- 41 % geringeres Risiko für den Einsatz von Saugglocke oder Geburtszange
- 50 % geringere Wahrscheinlichkeit einer Kaiserschnittgeburt
- 33 % geringeres Risiko, die Geburt negativ zu bewerten
Qualitätsmanagement und berufliche Verantwortung
Qualität, Verantwortung und Ethik bilden die Grundlage unserer Vereinsarbeit. Alle Mitglieder von Doulas in Deutschland e. V. verpflichten sich zur Einhaltung des offiziellen Verhaltenskodex des Vereins. Unsere Doulas kennen die Grenzen ihrer Aufgaben und Kompetenzen. Sie arbeiten nicht medizinisch, greifen nicht in klinische Abläufe ein und verweisen bei Bedarf an Hebammen, Ärzt:innen oder andere Fachstellen. Gleichzeitig stärken sie die Gebärende in ihrer Selbstbestimmung und begleiten keine geplanten Alleingeburten. Dieses klare Rollenverständnis schafft Transparenz, Vertrauen und Sicherheit für Familien sowie für medizinische Fachpersonen.
Unser Qualitätsversprechen
Mit der Zertifizierung zur DiD-Doula setzt Doulas in Deutschland e. V. verbindliche Qualitätsstandards für die nicht-medizinische Geburtsbegleitung. Werdende Eltern können darauf vertrauen, dass zertifizierte Doulas nach festgelegten Qualitätsrichtlinien arbeiten, professionell ausgebildet sind und ihre Verantwortung kennen. Die Zertifizierung steht für respektvolle, verantwortungsvolle und qualitativ hochwertige Begleitung im Sinne einer selbstbestimmten Geburt.
Kliniken und Geburtshäuser – Doulas als wertvolle Ergänzung
Immer mehr Frauen wünschen sich eine kontinuierliche Begleitung durch eine Doula im Kreißsaal. Dennoch bestehen in manchen Einrichtungen Unsicherheiten bezüglich der Rollenverteilung innerhalb des Geburtsteams. Die Erfahrung vieler Kliniken und Geburtshäuser zeigt jedoch, dass professionell arbeitende Doulas keine Konkurrenz zu Hebammen oder Ärzt:innen darstellen. Vielmehr ergänzen sie das Geburtsteam durch ihre kontinuierliche Begleitung. Während Hebammen häufig mehrere Geburten gleichzeitig betreuen müssen, bleibt die Doula durchgehend an der Seite der Gebärenden. Sie vermittelt Ruhe, unterstützt bei bewährten Komfortmaßnahmen, kennt die Wünsche der Frau und hilft dabei, Informationen besser einzuordnen. Dadurch können sich Hebammen und medizinisches Personal auf ihre fachlichen Aufgaben konzentrieren, während die Gebärende kontinuierliche emotionale Unterstützung erfährt.
Unterstützung statt Einmischung
Professionelle Doulas respektieren die Kompetenzen aller Beteiligten ausdrücklich. Eine Doula stellt keine Diagnosen, führt keine Untersuchungen durch, beurteilt keine CTGs oder medizinischen Befunde und gibt keine medizinischen Empfehlungen. Sie trifft keine Entscheidungen für die Gebärende und hinterfragt nicht die fachliche Autorität von Hebammen oder Ärzt:innen.
Ihre Aufgabe besteht ausschließlich darin, auf emotionaler, informativer und praktischer Ebene zu begleiten und die Kommunikation zwischen allen Beteiligten zu unterstützen.
Die Rolle der Doula im Geburtshaus
Auch in Geburtshäusern mit einer kontinuierlichen 1:1-Betreuung durch Hebammen erfüllt die Doula eine wichtige ergänzende Funktion. Während die Hebamme die fachliche Verantwortung für den Geburtsverlauf trägt, konzentriert sich die Doula vollständig auf die emotionale und mentale Begleitung der Frau. Sie kennt die Gebärende häufig bereits über viele Monate hinweg und weiß, welche Wünsche, Hoffnungen und Bedürfnisse sie mitbringt. Die Doula bleibt kontinuierlich präsent, erinnert an Atemtechniken, vermittelt Zuversicht und unterstützt durch Berührung, Ermutigung und Aufmerksamkeit. Dadurch entsteht eine zusätzliche Ebene der Vertrautheit und emotionalen Stabilität.
Unterstützung der Begleitperson
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Doula-Arbeit ist die Begleitung von Partner:innen und Familienangehörigen. Viele Begleitpersonen möchten aktiv unterstützen, fühlen sich während der Geburt jedoch unsicher oder emotional belastet. Die Doula stärkt und entlastet sie, hilft bei der Orientierung und unterstützt dabei, eine passende Rolle während der Geburt zu finden. Davon profitieren sowohl die Familie als auch die betreuende Hebamme.
Doulas und Hebammen – Eine starke Zusammenarbeit
Doulas und Hebammen arbeiten Hand in Hand für eine sichere und selbstbestimmte Geburt. Die Doula schätzt die Arbeit der Hebamme ausdrücklich und versteht sich nicht als Konkurrenz. Die medizinische Betreuung liegt vollständig bei Hebammen und Ärzt:innen. Die Doula konzentriert sich auf emotionale Unterstützung, praktische Hilfe und kontinuierliche Anwesenheit. Gerade im Klinikalltag kann dies eine wertvolle Entlastung darstellen. Bei Hausgeburten oder Geburten im Geburtshaus unterstützt die Doula zusätzlich die Begleitpersonen, hilft bei organisatorischen Aufgaben und trägt zu einer geschützten Atmosphäre bei.
Keine Begleitung von Alleingeburten
Mitglieder von Doulas in Deutschland e. V. begleiten keine Alleingeburten.
Eine Alleingeburt ist ein bewusst gewähltes Setting ohne medizinische Begleitung und kann Risiken für Mutter und Kind mit sich bringen. Die Zusammenarbeit mit Hebammen ist für unsere Mitglieder ein zentraler Bestandteil einer sicheren und verantwortungsvollen Geburtsbegleitung.
Die Frau im Mittelpunkt
Die Zusammenarbeit zwischen Doulas, Hebammen, Ärzt:innen, Kliniken und Geburtshäusern basiert auf gegenseitiger Wertschätzung und einem gemeinsamen Ziel: die Bedürfnisse der Gebärenden und ihrer Familien in den Mittelpunkt zu stellen. Wo medizinische Kompetenz auf kontinuierliche emotionale Begleitung trifft, entsteht ein Umfeld, in dem Frauen ihre Geburt sicher, informiert, respektiert und positiv erleben können.





