Doulas in Deutschland e.V.

fördert die Begleitung von Schwangeren, Gebärenden und Wöchnerinnen durch geburtserfahrene Frauen, welche eine Ausbildung zur Doula absolviert haben.

Doulas sorgen zusätzlich zur Hebamme für eine Geburt in Geborgenheit und Würde und begleiten werdende Eltern bei Geburten in Klinik, Geburtshaus und Hausgeburten.

Doulas begleiten Gebärende durch die kontinuierliche Anwesenheit während der Geburt. Ihr Anliegen ist es, die Gebärende achtsam und liebevoll auf ihrem Weg zu begleiten und für ihr Wohlbefinden zu sorgen. Die Doula beurteilt dabei als medizinische Laie das Vorgehen von Fachleuten nicht.

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Download – Ethikcode & Doulaknigge

Doulas…

  • sehen die Geburt als eine Schlüsselerfahrung im Leben des Kindes und der Mutter
  • sehen es als wichtig an, die Verbindung zwischen Kind und Mutter vor, während und nach der Geburt aufrechtzuerhalten und zu stärken
  • helfen, die Geburtsumgebung möglichst so zu gestalten, dass sich die Frau sicher, beschützt und wohl fühlt
  • sehen die Wehen als Kraftquelle an, mit der sich die Frau tragen lassen kann, um ihrem Kind immer näher zu kommen
  • unterstützen die Väter, ihre Rolle während der Geburt zu finden und achten die Intimität der werdenden Eltern
  • begleiten auch besondere Geburten (Früh-, Fehl- und Totgeburten) und Frauen in besonderen Lebenssituationen (junge Mütter, Frauen ohne Partner, Frauen mit Missbrauchs- oder Gewalterfahrung)

Wissenschaftler bestätigen: Alle Frauen sollten Unterstützung während der gesamten Wehentätigkeit und Geburt haben

Das Plus der Doula während der Geburt ist ihre kontinuierliche Anwesenheit, bis das Baby geboren ist.

Die Effekte von kontinuierlicher Geburtsbegleitung wurden in der Studie „Kontinuierliche Unterstützung für Frauen während der Geburt“ (Continious Support, Hodnett, ED.; Gates, S.; Hofmeyr, GJ.; Sakala, C. 2003) nachgewiesen.

Zusätzlich zur Erforschung der allgemeinen Effekte kontinuierlicher Geburtsbegleitung prüfte die Untersuchung die Effekte dieser Unterstützung unter verschiedenen Umständen. Die Auswirkungen waren größer, wenn die Person keine Klinikangestellte war, sondern ausdrücklich zuständig für die Betreuung der Gebärenden. Verglichen mit Frauen ohne kontinuierliche Betreuung liefen jene, die eine kontinuierliche Unterstützung hatten, bedeutend weniger Risiko einen Kaiserschnitt zu haben oder andere Interventionen zu brauchen.

Die Doula ist kein Ersatz für eine Hebamme, sie ist eine Ergänzung mit eigenen Schwerpunkten in ihrer Dienstleistung für Mütter und ihre Partner.

Doulas und Väter

Es ist für alle Schwangeren eine wichtige Frage welche Geburtspartner sie während der Geburt um sich haben möchte, denn die Anwesenheit dieser ausgewählten Menschen kann die Geburt beeinflussen. Wehen setzen bei Frauen besondere Gefühle und Stimmungen frei und dadurch natürlich auch bei den übrigen Anwesenden.

Eine Doula wird dem Paar vermitteln, dass dieses Erlebnis die Geburt IHRES Kindes ist und sie dafür da ist, die werdenden Eltern so zu begleiten, dass sie diese besonderen Stunden gemeinsam erleben und in guter Erinnerung behalten. Für eine Doula ist es wichtig zu wissen, welche Rolle der werdende Vater (oder andere Geburtspartner) einnehmen will. Dieses Wissen wird der Doula helfen, ihn nach seinen Wünschen zu unterstützen und zu umsorgen.

Baby, Vater und Mutter

Bericht eines Vaters:

„Die Doulabegleitung während unserer Schwangerschaft und Geburt hat mir – nach einer anstrengenden Woche mit vorzeitigen Wehen – wieder viel Zuversicht und innere Ruhe gegeben. Dadurch konnte ich mich auf das wesentliche konzentrieren, nämlich für meine Frau da zu sein. Denn trotz intensiver Vorbereitung gab es immer wieder Momente, bei denen ich erstmal nicht mehr weiterwusste. Da war unsere Doula als Ruhepol sehr viel wert, vor allem in der Zeit in der wir sonst auf uns allein gestellt gewesen wären.“

Doulas und Hebammen bei Geburt

Hebammen und Doulas

Immer häufiger kooperieren Hebammen und Doulas des Vereins in einem gemeinsamen Angebot an werdende Eltern. Die Zusammenarbeit wird beiderseitig wertgeschätzt und das Angebot für Mütter und Väter rund um die Geburt regional erweitert. Die Gebärende profitiert während der Geburts- und Wehenarbeit von der Zuwendung durch die geburtserfahrenen Frauen und die positiven Effekte auf Geburtsverlauf und Geburtserleben werden bei gemeinsamen Gesprächen nach der Geburt hervorgehoben und gewürdigt.

Eine Doula hat keine medizinische Ausbildung, sie unterstützt die Gebärende auf ihrem persönlichen Weg und kann ein MISSING LINK im Kreis aller Geburtspartner sein. In erster Linie ist die Doula für das Wohlbefinden der werdenden Mutter da, die Hebamme hat klare medizinische Aufgaben im Geburtsverlauf und trägt die Verantwortung für den gesamten physiologischen Ablauf der Geburt. Eine diensthabende Hebamme im Krankenhaus muss oft mehrere Geburten gleichzeitig betreuen. Sie kann die Doula als hilfreiche Unterstützung sehen, da sie weiß, dass die Gebärende gut versorgt und betreut ist und sie dadurch mehr Zeit für andere Gebärende hat. Sie kann sich sicher sein, dass Doulas des Vereins ihre Kompetenzen nicht überschreiten und die Arbeit der Hebammen schätzen und unterstützen.

Zur Begleitung von außerklinischen Geburten (Hausgeburt, Geburtshaus) werden Doulas ebenfalls von Schwangeren engagiert. Doch immer wird die Doula als zusätzliche Ergänzung zur Hebamme gesehen. Doulas des Vereins begleiten keine Alleingeburten. Doulas achten die Hebammenkunst und sehen die Hebammenhinzuziehungspflicht in Deutschland als tragenden Bestandteil der Geburtshilfe.